Lemurs Park : Reisebericht von Herrn Frank Dittrich (5/9)

Sonntag, 04.02.2018

Der letzte Urlaubstag von Michi und Eberhard. Wir frühstücken im Crustipane und lassen K2 in Antsirabe zurück. Etwa drei Stunden dauert die Rückfahrt in die Hauptstadt mit dem unaussprechlichen Namen. Unterwegs kaufen wir frische Pfifferlinge, Süßkartoffeln, Kaki und Äpfel. Wir steuern direkt den Lemurs Park an. Michi soll wenigstens einmal die endemischen Halbaffen in Natura zu Gesicht bekommen. Ich würde gerne einen Schulausflug mit meiner 4. Klasse hierher machen. Der Eintritt von 8,75 Euro schreckt aber ab. Ich setze mich mit Laurent, dem Besitzer zusammen, K1 übersetzt. Was er mir denn für einen Gruppenpreis für 30 Kinder und 4 Lehrer machen kann? Sein spontanes Angebot ist nichts. Also nichts im Sinne von gar keine Kosten. Kostenloser Eintritt für alle Kinder, Lehrer und mich. Unter der Voraussetzung, dass ich selbst mit dabei bin und in den sozialen Medien Fotos mit mir und den Kindern im Lemurs Park auftauchen. Darauf lasse ich mich gerne ein. K1 bucht einen Reisebus, der die Kinder am 15.2. an der Teerstraße etwa 30 Minuten Fußmarsch von der Schule entfernt abholt und nach dem Ausflug wieder zurück bringt. 75 Euro inclusive Benzin. Da freue ich mich riesig! Ich wollte schon immer mal mit den Kindern einen Ausflug machen. Sie sind noch nie aus ihrem Dorf rausgekommen, kennen weder Lemuren noch die Hauptstadt.
Lemur Madagaskar

Lemur Madagaskar

K1 muss die Arbeit aufholen, die sich während unserer Reise aufgestaut hat. Ich richte mich in einem seiner hübschen Gästebungalows häuslich ein. Zum Abendessen gibt es Auberginenauflauf mit Hackfleisch. Michi und Eberhard verabschieden sich zum Flughafen. Ich habe den Eindruck, dass ihnen die Reise gefallen hat. Besonders lag mir am Herzen, dass Michi sieht, was mit seinen Spendengeldern passiert und diese hier richtig investiert sind. 
See

Montag, 05.02.2018

Sabine hatte versucht, mich über WhatsApp zu erreichen. Ich rufe zurück. Ihr Vater ist gestern gestorben. Herzinfarkt. Ich telefoniere mit Regina. Sie bucht Flüge für sich und Sabine nach München. Die Beerdigung ist am Mittwoch. Wir überlegen, ob es sinnvoll ist, wenn ich meine Reise abbreche und heimfliege. Aber ich würde es zum Begräbnis in keinem Fall schaffen. Die Beiden sind der Meinung, ich soll hier bleiben. Den K2 möchte ich auch nicht alleine in der Wildnis von Antsirabe ausgesetzt zurücklassen. Es wird wohl das Vernünftigste sein, wenn ich meine Reise fortsetze und wie geplant am 18.2. zurück fliege.

Ich fahre mit Mister BIN zum Geld wechseln zum Flughafen und anschließend auf den Souvenirmarkt. An Stand 146 mache ich eine Großbestellung: 30 mittelgroße und 10 große Krippenfamilien, 20 kleine Krippen und 5 Engel. 300 Euro zusammen. Die Hälfte lasse ich als Anzahlung da. Und ein Cites-Ausfuhrzertifikat für den Export von Palisanderholz bekomme ich auch. Auf den Kauf von Rosenholzfiguren verzichte ich. Das blutrote Holz fühlt sich wunderbar glatt an, ist aber äußerst selten und die letzten Vorkommen im Masoala-Regenwald werden skrupellos abgeholzt. Mitten im Naturschutzgebiet. Das kann ich nicht unterstützen.

Für Eberhard und Michi soll ich schwarzen Pfeffer mitbringen. Ich muss mich aber erst preislich orientieren. Die eine Verkäuferin will 12 Euro pro Kilo, die andere 40 Euro. Da möchte ich erst noch im Internet recherchieren. 

Zum Mittagessen fahren wir zu Soupe Tamatave. Die Suppenschüssel ist riesig, darin Zebu und Schwein, Geflügel und Garnelen. Suppennudeln und Tortellini, halbe gekochte Eier und Grünzeug. Ich schaffe nicht mal annähernd die Hälfte. Aber Mister BIN ist wie üblich nicht satt zu bekommen und vernichtet den Rest. Bei K1 mache ich Mittagsschlaf und wache pünktlich zum Abendessen auf. Gebratener Lauch mit Vinaigrette und Balsamico, dazu Camembertstückchen und Karottenblumen. Danach Lammgeschnetzeltes mit Pfifferlingen und Süßkartoffelbrei. Zum Abschluß hausgemachte Tiramisu. Ein Festmal.

Dienstag, 06.02.2018

Um 5 Uhr klingelt der Wecker. Mister BIN holt uns nach dem Frühstück ab, wir fahren die 170 km bis nach Antsirabe in einem Stück durch. Zum zweiten Frühstück treffen wir K2 im Crustipane. Als er gestern auf dem Golfplatz ankam, war Ruhetag. Aber für so einen berühmten Golfer, der den Platz schon zum zweiten Mal bespielen möchte, macht man eine Ausnahme. So wird der Ruhetag zum Unruhetag und sie öffnen extra für ihn. K2 schwärmt außerdem von einer richtig guten Massage bei Homeopharma mit einem besonderen Heilöl. Muss wirklich gewirkt haben, man sieht ihm seine 78 Jahre heute garnicht an.

Mister BIN muß sich heute von uns verabschieden. Morgen hat er eine Prüfung beim Tourismusverband, die Fahrer von Mietwägen neuerdings ablegen müssen. Er bekommt ein üppiges Trinkgeld und Benzingeld für die Rückfahrt. Unser neuer Fahrer ist Ayna, ein ruhiger schmächtiger Typ mit guten Englischkenntnissen. Er fährt einen Hyunday Starex, ein Minivan mit Allradantrieb. 

Die Strecke nach Fianarantsoa ist sehr abwechslungsreich. Vom Hochland kommen wir langsam in den Regenwald. Am Straßenrand kaufen wir Physalis und Ananas. In einer Destillerie wird ätherisches Öl aus wilden Geranien gewonnen und als Heilmittel u.a. gegen Erkältung verkauft. Auf dem Weg passieren wir Ambositra, wo die Krippenfiguren geschnitzt werden, die ich auf dem Weihnachtsmarkt verkaufe. 

K1 hat uns Zimmer im Lac Hotel reserviert, wo ich vor zwei Jahren mit Jörg war. Vor Einbruch der Dämmerung kommen wir an. Es hat sich nichts verändert. Die Bungalows stehen im Wasser und sind über Stege erreichbar. Zu jedem Bungalow gehört eine kleine Terrasse mit zwei Liegestühlen und einer Angel. Man könnte sich das Abendessen also gleich selbst fangen. Die Zimmer sind sehr wertig eingerichtet mit schweren Baumstämmen aus schwarzem Holz als Nachttische. Sogar ein Bademantel findet sich im Schrank. Eine Kolonie Reiher bietet die musikalische Untermalung zum Sonnenuntergang. Das einzige Manko: Die Hotelanlage ist am Ende der Welt über eine 17 km lange unsägliche Holperpiste erreichbar. 

Nach dem sehr guten Abendessen gibt es Rum mit Litschi aufs Haus.

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