Abfahrt nach Madagaskar : Reisebericht von Herrn Frank Dittrich (1/9)

Seit Monaten sammle ich Kinderkleidung. Vier große Reisetaschen sind schon voll. Es ist an der Zeit, sie.an ihren Bestimmungsort zu bringen. Am 27. Februar ist um 2 Uhr die Nacht für mich zu Ende. Wie so oft vor langen Reisen kann ich nicht mehr schlafen und zappe mich durch das Nachtprogramm der Öffentlich-Rechtlichen. Eisenbahnromantik in der Schweiz, eine Doku über Feuerland, Nachrichten, Wetterbericht.

Pünktlich um 5 steht das Taxi vor der Tür. Der Flieger nach Paris startet mit einer knappen Stunde Verspätung, was für mich kein Problem ist. Ich hab noch genügend Zeit zum Umsteigen. Eberhard und Michael erwarten mich bereits am Gate. Der Airbus ist nur halb voll, der Flug ruhig und angenehm. Kurz vor Mitternacht landen wir in der Hauptstadt mit dem unaussprechlichen Namen.

Die Ankunftshalle am Flughafen Ivato wurde umgebaut. Vielleicht ist das der Grund, dass das Visum nun 10 Euro teurer ist. Und das Gepäck wird neuerdings durchleuchtet. Mein Koffer mit drei Laptops und drei Litern Champagner besteht die Prüfung nicht und landet auf dem Tisch des Zöllners. Ebenso meine große Reisetasche. Die mache ich zuerst auf. Elektrischer Türöffner, Motorradhelm, Druckerpatronen und Weleda-Zahnpasta kommen zum Vorschein. Sachen, die ich für Klaus Ko. dabei habe. Ich darf die Tasche wieder zumachen. Als sich der Zöllner kurz umdreht, nehme ich auch den SchmuggelKoffer vom Tisch und verschwinde diskret durch den Ausgang.

Mister BIN erwartet uns bereits. Fährt uns ins Hotel Brajas im Stadtzentrum. Um 1 Uhr falle ich müde ins Bett, kann aber nicht schlafen.

Sonntag, 28.01.2018

Als der Wecker um 7 Uhr klingelt, habe ich bereits die Unmengen Gepäck sortiert. Noch vor dem Frühstück treffe ich mich mit Klaus Ko. und gebe ihm seine Bestellungen. Wir verabreden uns zum Mittagessen. Zurück im Hotel treffe ich meinen Freund Klaus Ki, der bereits ein paar Tage früher ankam, um die Golfplätze der Insel zu bespielen.

Das von mir verordnete Pflichtprogramm heute am Sonntag heißt beten. Wir fahren zu Pater Pedro Opeka in sein Stadion nach Akamasoa. Es fasst knapp 8.000 Menschen. Nicht groß genug, denn vor dem Stadion sitzen hunderte von Gläubigen, die keinen Platz gefunden haben. Der Gottesdienst hat bereits angefangen, wir bekommen aber unsere Stammplätze auf der Tribüne hinter dem Altar. Meine Mitreisenden sind schwer beeindruckt von der Atmosphäre. Man fühlt sich erleuchtet, Pedro macht Witze während der Predigt und die Menschen lachen. Kinder tanzen und es wird eifrig applaudiert. Ich hatte in meinem letzten Reisebericht ausführlich darüber berichtet. Das Abendmal gibt es an 12 Verteilzentren im Stadion, dann begrüßt Pedro noch die heutigen Ehrengäste: Familie Aga Khan ist da, und 4 Herren aus Deutschland. Wir stehen auf und werden beklatscht. Nach dem Gottesdienst haben wir noch Gelegenheit, uns persönlich von Pedro zu verabschieden. Er hat ein unglaubliches Charisma.

Klaus Ko. hat Zebugulasch gekocht. Äußerst lecker. Ein junger weißer Papagei namens Herkules sitzt im Baum vor seinem Restaurant. Der beste Freund des Vogels ist die quietschende Restauranttür, die er ständig imitiert. Er macht einen sehr zärtlichkeitsbedürftigen Eindruck, sitzt am liebsten bei einem von uns auf der Schulter und quietscht uns ins Ohr. Zum totlachen, das Viech. Um die beiden Klaus zu unterscheiden, taufen wir Klaus Ko. in K1 und Klaus Ki. in K2 um. K1 zeigt uns noch sein Haus und die Gästebungalows auf seinem Grundstück. Alles sehr hochwertig und geschmackvoll eingerichtet.

Vor der Tür steht der BMW X5, den Eberhard und ich vor vier Jahren nach Madagaskar geschickt hatten. Ab jetzt sind wir mit zwei Autos unterwegs: Mister BIN fährt den Landcruiser, ich den BMW. Die Rückfahrt zum Hotel dauert eine knappe Stunde, wir kommen pünktlich vor der Dämmerung an. K2 und ich gönnen uns eine Massage für 5 Euro, die Masseurin von K2 knetet lustlos auf ihm rum (kein Wunder beim Anblick des alten schlaffen Fleischhaufens). Mein Adoniskörper hat die Dame mit besserer Massageausbildung erwischt, ich kann mich nicht beklagen.

Abends gibt es im französischen Restaurant um die Ecke Fischsuppe und Zebufilet. Ich bin so erledigt, dass ich fast beim Essen einschlafe.

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